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Vogelgrippe: So handelst du richtig

Du hast einen toten oder kranken Vogel gefunden? Hier erfährst du, wann ein Verdacht besteht, was du tun und lassen solltest, wen du alarmierst und wie du dich, deine Haustiere und dein Geflügel schützt.

1Nicht anfassen
2Ort merken, Foto aus Abstand
3Dem LAV melden

Aktuelle Lage im Saarland

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Vogel gefunden – was tun?

Drei kurze Fragen. Danach weißt du, ob ein Verdacht besteht und wen du anrufst.

Woran erkenne ich einen Verdachtsfall?

Diese Anzeichen können auf Vogelgrippe hindeuten

  • Mehrere tote Vögel an einer Stelle oder in kurzer Zeit, vor allem Wasservögel, Kraniche oder Greifvögel
  • Torkeln, Gleichgewichtsstörungen, Vögel fallen um, schwimmen im Kreis oder können nicht mehr auffliegen
  • Kopf zittert, ist verdreht oder hängt herab, Krämpfe
  • Apathie: Der Vogel flieht nicht, obwohl man sich nähert
  • Atemnot, Ausfluss aus Schnabel oder Augen, trübe oder verklebte Augen

Diese Anzeichen haben auch andere Ursachen, zum Beispiel Vergiftung oder Botulismus. Ob es Vogelgrippe ist, klärt nur eine Laboruntersuchung. Deshalb gilt: nicht anfassen, melden.

Besonders wichtig bei diesen Arten

🦢 Schwäne🦆 Enten🪿 GänseKranicheStörcheReiherMöwen🦅 Greifvögel🦉 EulenRabenvögel

Geringeres Risiko: einzelne tote Singvögel, Tauben oder Sittiche. Werden mehrere an einer Stelle gefunden, bitte trotzdem melden.

AmselnMeisenSpatzenTaubenSittiche

Richtig verhalten

Das tust du

  1. Abstand halten – mindestens ein paar Meter. Kinder und Hunde fernhalten.
  2. Fundort genau merken: Adresse, markanter Punkt oder den Standort im Handy.
  3. Aus der Entfernung fotografieren: den Vogel, die Umgebung, weitere tote Vögel.
  4. Sofort dem Landesamt für Verbraucherschutz melden: 0681 9978-4500 oder vogelgrippe@lav.saarland.de. Die Fachleute entscheiden, ob der Vogel abgeholt und untersucht wird.
  5. Bist du doch mit dem Vogel, Kot oder Federn in Berührung gekommen: Hände gründlich mit Seife waschen, Kleidung bei mindestens 60 °C waschen, Schuhe reinigen und in den nächsten zwei Tagen keinen Kontakt zu Geflügel haben.

Das lässt du

  • Tote oder kranke Wildvögel nicht anfassen und nicht selbst bergen.
  • Kranke Vögel nicht mit nach Hause nehmen und nicht ohne Rücksprache in eine Auffangstation oder Tierarztpraxis bringen – dort können sich andere Tiere anstecken.
  • Hunde nicht an tote Vögel lassen, Katzen nicht mit Vogelkadavern spielen lassen.
  • Wasservögel in betroffenen Gebieten nicht füttern – Futterstellen locken viele Vögel an einem Ort zusammen.
  • Wenn du Geflügel hältst: keine toten Wildvögel bergen und erst nach Kleidungs- und Schuhwechsel in den Stall.

Wen alarmieren, wo bekomme ich Hilfe?

Beratung und Tierschutz

Tiernotruf Saarland e.V.

Hilft bei Unsicherheit, berät zum Umgang mit verletzten oder hilflosen Vögeln und leitet an die richtige Stelle weiter.

Kranker Vogel ohne Verdacht

Zentrale Wildvogelauffangstation

Für verletzte Wildvögel ohne Verdacht auf Vogelgrippe. Bitte immer vorher anrufen und von Krankheitsanzeichen berichten. Vögel mit Verdacht nicht hinbringen.

Deine Gesundheit

Fieber nach Kontakt?

Bekommst du in den Tagen nach engem Kontakt mit einem kranken oder toten Vogel Fieber, Husten oder eine Bindehautentzündung: Arztpraxis anrufen und den Kontakt erwähnen. Nachts und am Wochenende hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst.

Haustier krank?

Tierarzt und Notdienst

Hat dein Hund oder deine Katze einen toten Vogel gefressen und wirkt krank? Erst anrufen, dann hinfahren – und den Vogelkontakt erwähnen.

Meldung vorbereiten

Fülle aus, was du weißt. Daraus entsteht eine fertige E-Mail an das LAV – Fotos hängst du in deinem E-Mail-Programm an. Es wird nichts über diese Seite gespeichert oder verschickt.

Lieber anrufen

      

Hunde, Katzen und andere Haustiere

🐈 Katzen

Katzen können sich anstecken, wenn sie infizierte Vögel fressen oder mit deren Kot in Kontakt kommen. Freigänger sind besonders gefährdet.

  • In Gebieten mit bestätigten Fällen Freigänger möglichst drinnen lassen.
  • Kein rohes Geflügelfleisch füttern, wenn die Herkunft nicht sicher ist.
  • Straßenschuhe außer Reichweite der Katze abstellen.
  • Warnzeichen: Fieber, Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit, Atemprobleme, Ausfluss aus Augen und Nase, Zittern, Krämpfe oder Koordinationsstörungen – dann sofort zum Tierarzt und den möglichen Vogelkontakt erwähnen.

🐕 Hunde

Hunde erkranken nach heutigem Wissen seltener, können sich aber ebenfalls anstecken und das Virus mit dem Fell oder den Pfoten weitertragen.

  • Im betroffenen Gebiet und an Gewässern anleinen.
  • Nicht an tote Vögel, Federn oder Vogelkot lassen.
  • Keine Gänse und Enten jagen oder aufscheuchen lassen.
  • Nach dem Spaziergang Pfoten säubern, wenn du Geflügel hältst.

🐦 Ziervögel

Wellensittiche, Kanarien, Papageien und Tauben im Freigehege vor Kontakt mit Wildvögeln schützen: Volieren nach oben abdecken, Futter und Wasser drinnen anbieten. Bei Erkrankungen sofort die Tierarztpraxis anrufen.

Für Geflügelhalter – auch mit wenigen Hühnern im Garten

Pflichten

  • Anmelden: Jede Geflügelhaltung – auch ein paar Hühner im Garten – muss bei der zuständigen Behörde angezeigt werden. Im Saarland ist das das LAV.
  • Stallpflicht beachten: Ordnet das LAV eine Stallpflicht an, müssen Hühner, Enten, Gänse, Puten und anderes Geflügel in geschlossenen Ställen oder unter einer nach oben und zur Seite gesicherten Vorrichtung bleiben. Verstöße können teuer werden.
  • Melden: Gehäufte Todesfälle, deutlich weniger Futteraufnahme oder Legeleistung sofort dem Tierarzt und dem LAV melden.

So schützt du deine Tiere

  • Futter und Wasser so anbieten, dass Wildvögel nicht herankommen.
  • Eigene Schuhe und Kleidung nur für den Stall, Hände vorher und nachher waschen.
  • Keine Wildvögel anfassen oder bergen.
  • Besuch im Stall vermeiden, keine Tiere zukaufen, solange die Lage angespannt ist.
  • Einstreu und Futter trocken und abgedeckt lagern.

Ist Vogelgrippe für Menschen gefährlich?

Eine Ansteckung von Menschen ist sehr selten und nur bei engem, ungeschütztem Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen möglich. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind in Deutschland bisher keine Erkrankungen bei Menschen bekannt geworden. Eier und Geflügelfleisch aus dem Handel sind unbedenklich, wenn sie wie üblich durchgegart werden.

Trotzdem gilt: Kranke und tote Vögel nicht anfassen – sie können auch andere Krankheitserreger tragen.

Häufige Fragen

Wasservögel, Kraniche, Störche, Reiher, Möwen, Greifvögel und Eulen bitte nicht anfassen, sondern dem LAV melden. Ein einzelner toter Singvogel oder eine Taube gilt als geringes Risiko: Wenn du ihn entfernen musst, nur mit Einmalhandschuhen oder einer umgestülpten Tüte, doppelt verpackt in den Restmüll, danach Hände waschen. Hältst du selbst Geflügel, lass jemand anderen den Vogel entfernen.

Nein. Halte Abstand, beobachte ihn aus der Ferne und melde ihn dem LAV. Zeigt er keine Krankheitsanzeichen, sondern ist zum Beispiel verletzt, berät dich der Tiernotruf Saarland. Wasservögel sind kräftig und können sich und dich verletzen.

Singvögel spielen bei der Vogelgrippe eine geringe Rolle. Futterstellen sauber halten und regelmäßig reinigen. Wasservögel an Teichen und Flüssen in betroffenen Gebieten bitte nicht füttern.

Das LAV entscheidet, ob der Vogel geborgen und im Landeslabor untersucht wird. Ein positives Ergebnis gilt zunächst als Verdacht und wird vom Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt. Bestätigte Fälle und Schutzmaßnahmen wie eine Stallpflicht gibt das Land bekannt – wir übernehmen sie in unsere Warnungen.

Quellen und Stand

Stand: Oktober 2026. Diese Seite fasst allgemeine Hinweise zusammen. Maßgeblich sind die aktuellen Anordnungen des Landesamts für Verbraucherschutz.